Erstes virtuelles „Learn & Connect“-Bioprozesstechnik-Seminar

Geschreieben von: Mohi Ahmadinia

Fortschritte in der Upstream-Bioprozesstechnik durch Digitalisierung und Automatisierung

Am 25. Juni 2026 veranstaltete Securecell sein erstes virtuelles „Learn & Connect“-Seminar zum Thema Bioprozesstechnik, bei dem Wissenschaftler, Ingenieure, Forscher und Fachleute aus der Industrie zu einem halbtägigen wissenschaftlichen Austausch mit Fachvorträgen und interaktiven Diskussionen zusammenkamen.

Im Mittelpunkt des Seminars stand das Thema „Fortschritte in der Upstream-Bioprozesstechnik durch Digitalisierung und Automatisierung“. Dabei wurde die zunehmende Bedeutung digitaler Technologien, der Prozessanalysetechnik (PAT), fortschrittlicher Modellierung, Automatisierung, Analysegeräte und integrierter Datenworkflows in der modernen Upstream-Bioprozesstechnik hervorgehoben.

Nach dem Erfolg früherer Präsenzseminare der Reihe „Learn & Connect“ in Leiden wurde das Format mit dieser ersten virtuellen Ausgabe auf ein internationales Online-Publikum ausgeweitet. Die Veranstaltung bot eine wertvolle Plattform für den Austausch wissenschaftlicher Erkenntnisse, die Diskussion praktischer Herausforderungen und die Erforschung, wie digitale und automatisierte Lösungen eine effizientere, skalierbare und datengestützte Bioprozessentwicklung unterstützen können.

Ein Programm mit den Schwerpunkten PAT, Automatisierung und datengestützte Bioprozessführung

Das Seminar bot ein anspruchsvolles wissenschaftliches Programm mit Vorträgen von führenden Experten aus Wissenschaft und Industrie. Jeder Vortrag befasste sich mit einem anderen Aspekt der digitalen Bioprozessführung, von der automatisierten Probenahme und Online-Analytik bis hin zur Echtzeitüberwachung, hybriden Modellierung und der Implementierung von PAT der nächsten Generation.

Das Programm begann mit einem Vortrag von Dr. Mohsen Shaeri, stellvertretendem leitendem Wissenschaftler bei CGT Catapult, der sich auf die nächste Generation der Automatisierung und Umsetzung von PAT im Rahmen von „Quality by Design“ sowie auf verbesserte Ansätze in der Zell- und Gentherapie konzentrierte. In dem Vortrag wurde hervorgehoben, wie automatisierte Probenahme, neuartige PAT-Tools und digitale Infrastruktur zu einem fundierteren Prozessverständnis beitragen und die Entwicklung fortschrittlicher Therapien beschleunigen können.

Dr. Alan G. Ryder, Professor an der Universität Galway, stellte APIES – eine Kombination aus Absorption, polarisierter intrinsischer Emission und Streuung – als neue Analyseplattform für biopharmazeutische Anwendungen vor. In seinem Vortrag ging er darauf ein, wie markierungsfreie, zerstörungsfreie, auf Fluoreszenz basierende Methoden schnelle Informationen über Proteinkonzentration, Aggregation und strukturelle Stabilität liefern können, was ihren potenziellen Einsatz als PAT-Instrumente in der biopharmazeutischen Herstellung untermauert.

Xingge Xu, Doktorand an der McGill University, stellte seine Arbeit zur Echtzeitüberwachung und -prognose der Adenovirus-Produktion in HEK293-Zellen vor. Der Vortrag zeigte, wie Multisensormessungen und mechanistische mathematische Modelle kombiniert werden können, um Virustiter in Echtzeit zu schätzen und vorherzusagen. Dieser Ansatz unterstützt die Prozessoptimierung, die Qualitätssicherung und die Entwicklung digitaler Zwillinge für die adaptive Steuerung im Rahmen von Biopharma 4.0.

Den abschliessenden wissenschaftlichen Vortrag hielt Dr. Umme Ayesa, leitende Wissenschaftlerin bei Merck, die über die Weiterentwicklung von PAT durch automatisierte Probenahme und Online-Analyseintegration sprach. In ihrem Vortrag zeigte sie, wie automatisierte Probenahmesysteme wie Numera® eine häufigere und repräsentativere Probenahme ermöglichen und gleichzeitig den manuellen Aufwand sowie die Variabilität reduzieren können. Der Vortrag beleuchtete zudem die Integration von Numera® in ein Agilent Online-LC-MS-System und demonstrierte, wie automatisierte Probenahme und direkte Analyseintegration die Ergebniserzeugung beschleunigen und das Prozessverständnis verbessern können.

Interaktion in einer virtuellen Umgebung

Um das virtuelle Seminar interaktiver zu gestalten, waren im Programm zwischen den Vorträgen kurze Umfragen vorgesehen. Diese Umfragen konzentrierten sich auf Themen wie Digitalisierung, PAT, Automatisierung und aktuelle Herausforderungen in der Bioprozesstechnik.

Die Fragen regten die Teilnehmer dazu an, über die vorgestellten Themen nachzudenken, und boten eine strukturierte Möglichkeit, im Rahmen des virtuellen Formats unterschiedliche Sichtweisen auszutauschen. Dieses interaktive Element trug dazu bei, das Engagement den ganzen Nachmittag über aufrechtzuerhalten, und sorgte für ein dynamischeres Erlebnis.

Nach der Pause hatten die Sponsoren die Gelegenheit, ihre Unternehmen, Technologien und Produkte kurz vorzustellen. In eigens dafür eingerichteten virtuellen Breakout-Räumen konnten die Teilnehmer anschließend das Gespräch direkt mit den Vertretern der Sponsoren und den Mitgliedern des Securecell-Teams fortsetzen.

Vielen Dank an unsere Referenten, Sponsoren und Partner

Securecell möchte sich ganz herzlich bei allen Referenten für ihre wertvollen Beiträge bedanken und dafür, dass sie ihr wissenschaftliches Fachwissen mit der „Learn & Connect“-Community geteilt haben. Ihre Vorträge lieferten aufschlussreiche Einblicke in die Zukunft der Upstream-Bioprozesstechnik und zeigten, wie Digitalisierung, Automatisierung, PAT und fortschrittliche Analytik bereits heute die praktischen Anwendungen in Forschung, Entwicklung und Produktion prägen.

Wir möchten uns außerdem bei unseren Sponsoren und Partnern bedanken, darunter KEOFITT, National Physical Laboratory (NPL), Getinge, Alicat Scientific, DataHow, sowie allen mitwirkenden Organisationen für ihre Unterstützung dieser ersten virtuellen Ausgabe. Ihre Teilnahme hat dazu beigetragen, eine breitere Plattform für den Wissensaustausch, die Vernetzung und die Diskussion innerhalb der Bioprozess-Community zu schaffen.

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Fortsetzung der „Learn & Connect“ Reihe

Das erste „Virtual Learn & Connect“-Seminar war ein wichtiger Schritt, um das „Learn & Connect“-Format über Präsenzveranstaltungen hinaus auszuweiten. Das Online-Format ermöglichte zwar die Ansprache eines breiteren Publikums, doch das Kernziel blieb dasselbe: die Schaffung einer wissenschaftlich orientierten Plattform für den offenen Austausch, praxisorientiertes Lernen und die Zusammenarbeit im Bereich der Bioprozesstechnik.

Securecell freut sich darauf, diese Gespräche beim nächsten Präsenz-Seminar „Learn & Connect“ fortzusetzen, das am 25. November 2026 bei Getinge Applikon in Delft, Niederlande, stattfindet.

Das bevorstehende ganztägige Seminar steht erneut unter dem Motto „Fortschritte in der Upstream-Bioprozesstechnik durch Digitalisierung und Automatisierung“ und bietet Fachvorträge, interaktive Workshops, Gelegenheiten zum Networking sowie eine Führung durch das Bioprozesslabor der TU Delft.

 

Mohi Ahmadinia

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